KAROLIN KLEMKE: TOTMANNALARM
Die Zumutungen der Empathie
Sabine HillbrandPSYCHOTERAPIE MIT SEXUAL- UND GEWALTTÄTERN – KUNST UND WISSENSCHAFT IM GESPRÄCH: Ein Abend an der Grenze zwischen Wissenschaft, klinischer Erfahrung, Literatur und gesellschaftlicher Verantwortung.

Es gibt Menschen, die so grausame Taten begehen, dass wir Ihnen lieber nicht begegnen wollen. Die Psychotherapie begegnet ihnen trotzdem – und fragt: Was liegt hinter der Tat? Was lässt sich verändern? Was nicht? Und: bleibt alles, wofür es keine Worte gibt, unerlöst?
An diesem Abend zeigen Studierende im Masterstudiengang Klinische Psychologie und Psychotherapie der Universität Kassel, wie diese Fragen im klinischen Alltag konkret werden: in Fallanalysen, in Behandlungsplänen, in der mühsamen Arbeit des Verstehens. Und sie zeigen, wohin diese Fragen führen, wenn man ihnen weiter folgt als die Wissenschaft es vorschreibt – in Gedichten, Bildern, Worten. Welche Erkenntnisse ermöglicht uns die künstlerischer Auseinandersetzung?
Was macht diese tiefe Auseinandersetzung mit Straftätern und ihren Taten mit uns? Wie reagieren andere auf uns? Und welche therapeutische Haltung nehme ich ein?
Dazu gehört auch ein Blick in die Forschung: Was weiß man tatsächlich über die Wirksamkeit ambulanter Therapie bei Sexual- und Gewaltstraftätern? Mehr, als die öfffentliche Debatte vermuten lässt.
Karoline Klemke, Jahrgang 1973, studierte Psychologie und arbeitet seit 2002 in der forensischen Psychiatrie. Als Psychologin und approbierte Psychotherapeutin betreute sie obdachlose Jugendliche und behandelte viele Jahre Schwerkriminelle im Maßregelvollzug, Gefängnis und in einer Straftäterambulanz. Seit 2016 ist sie als kriminalprognostische Gutachterin tätig und führt eine eigene psychotherapeutische Praxis in Berlin.
Der Abend schließt an Karolin Klemkes Lesung „Totmannalarm“ am 11. Juni 2026 im Palais Bellevue an und vertieft die Aspekte und Fragestellungen des Buches auf vielfältige Weise.
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