JÖRG-UWE ALBIG: „ZORNFRIED“
Romanlesung vor der Opernuraufführung am Staatstheater Kassel
Christina Zück
Moderation: Felix Linsmeier, Dramaturg
Auf Burg Zornfried versammeln sich die Vordenker einer Neuen Rechten: Eine Burgherrin philosophiert völkisch, junge Männergruppen ertüchtigen kämpferisch ihre Leiber, und ein geheimnisvoller Dichter schmiedet Verse, die von Blut, Weihe und Kitsch triefen. Und immer wieder schimmern Verbindungen zu einer erstarkenden neuen Partei auf. Das lockt auch kritische Journalist:innen an, die das neu-rechte Kulturzentrum großspurig begleiten – und dabei jede Distanz verlieren und der Demokratie einen Bärendienst erweisen.

Mit „Zornfried “ hat Jörg-Uwe Albig 2019 eines „der wichtigsten Bücher des Jahres“ (FAZ) geschrieben. Das Staatstheater Kassel bringt den Roman nun als Opernuraufführung auf die große Bühne im INTERIM, wo Komponist Philipp Krebs die (Horror-)Vision einer neuen deutschen Kunstmusik in wuchtigen Orchesterklängen verwirklicht. Bei der Autorenlesung geben deshalb die Beteiligten auch einen Einblick, was es braucht, um einen Roman als hochpolitische große Oper zu adaptieren. Dabei werden auch Entwürfe des Bühnenbild projiziert.
Jörg-Uwe Albig, geboren 1960 in Bremen, studierte Kunst und Musik in Kassel, war Redakteur beim Stern und lebte zwei Jahre als Korrespondent einer deutschen Kunstzeitschrift in Paris. Seit 1993 arbeitet er als freier Autor in Berlin. 1999 wurde sein Romandebüt „Velo“ veröffentlicht. Es folgten die Romane „Land voller Liebe“, „Berlin Palace“, „Ueberdog“, „Zornfried“ und zuletzt das Sachbuch „Moralophobia“.