DAS ROMANISCHE QUARTETT DISKUTIERT:
„Lilianas unvergänglicher Sommer“ von Christina Rivera Garza
J. RöhlingDas Romanische Quartett – Agnieszka Komorowska, Christine Pflüger, Jörg Requate und Sabine Ruß-Sattar – diskutiert im Salon des Palais Bellevue. Dieses Mal geht es um „Lilianas unvergänglicher Sommer“ von Christina Rivera Garza.

Liliana kann besser schwimmen als ihre ältere Schwester, ist größer und aufgeschlossener. Sie hat einen festen Freund, sie studiert, schlägt sich die Nächte mit ihren Freundinnen um die Ohren. Sie trennt sich von ihrem Freund, lernt, geht ins Kino. Und dann: wird Liliana Rivera Garza ermordet. Der Täter ist ihr Ex-Partner, seither nicht verurteilt. 29 Jahre später kehrt die preisgekrönte Autorin Cristina Rivera Garza aus den USA nach Mexiko zurück, um sich dem Andenken an ihre Schwester Liliana zu widmen. Doch der Erinnerung an Liliana, an die Unbeschwertheit ihrer Jugend, an ihr Leben und ihr Sterben steht die Bürokratie der Justiz entgegen – und die Sprache. Die Sprache, um die Cristina Rivera Garza ringt, ist eine, die es nicht gibt, die es nicht geben kann, die es geben muss. Es ist eine Sprache, in der ein zu früh verlorenes Leben verstanden werden kann. Und die den Lebensfunken einer jungen, ausgelöschten Frau neu entfacht.
Cristina Rivera Garza wurde in Matamoros, Mexiko, geboren. Ihr Werk umfasst Romane, Kurzgeschichten, Gedichtbände und literarische Sachbücher. Sie wurde unter anderem mit dem MacArthur-Award, dem Anna-Seghers-Preis und zuletzt mit dem Pulitzer-Preis 2024 für »Lilianas unvergänglicher Sommer« ausgezeichnet. 2025 ist Rivera Garza Curator in Residence des 25. internationalen literaturfestival berlin.
Eine Veranstaltung des Romanischen Quartetts der Uni Kassel in Kooperation mit dem Literaturhaus Kassel.